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Bauprogramm oder Craftnote? Welche Software für Handwerksbetriebe besser passt

Bauprogramm oder Craftnote? Welche Software für Handwerksbetriebe besser passt

Spät am Abend im Baubüro, die Kaffeemaschine zischt zum zehnten Mal, und ich wühle verzweifelt in einem Stapel zerknitterter Lieferscheine nach einem fehlenden Aufmaßzettel. Dieser eine Zettel blockiert gerade die gesamte Abschlagsrechnung für ein Mehrfamilienhaus. Solche Momente waren es, die mich nach zehn Jahren — vier Jahre reines Papier und sechs Jahre Excel-Bautagebücher — zum Umstieg auf eine digitale Lösung gezwungen haben.

Hinweis vorab: Auf dieser Seite finden Sie Affiliate-Links zu Software-Anbietern. Wenn Sie über diese Links ein Abo abschließen, erhalte ich eine Provision. Für Sie entstehen keine Mehrkosten. Ich empfehle hier nur Systeme wie Bauprogramm, die ich mit meinen 12 Mitarbeitern im Allgäu selbst im Einsatz habe oder im Rahmen von Beratungsmandaten intensiv geprüft habe.

Vom Zettel-Chaos zur Systemfrage: Meine Reise

Bevor wir zum direkten Vergleich zwischen Craftnote und Bauprogramm kommen, müssen wir über den Schmerzpunkt sprechen. In meinem Betrieb im Allgäu haben wir jahrelang mit Excel hantiert. Das Problem? Die Dateninseln. Der Polier schreibt etwas auf Papier, ich tippe es in Excel ab, und am Ende passt das Aufmaß nicht zum Leistungsverzeichnis (LV). Seit 2021 habe ich erst SiteVisor getestet und bin dann auf Bauprogramm umgestiegen. Heute helfe ich befreundeten Betrieben bei der Einführung dieser Systeme.

Oft höre ich die Frage: "Mensch, nehmen wir jetzt Craftnote, das sieht so einfach aus, oder brauchen wir was Richtiges wie Bauprogramm?" Die Antwort hängt davon ab, ob Sie nur kommunizieren wollen oder ob Sie Ihren Betrieb betriebswirtschaftlich im Griff haben müssen.

Nahaufnahme eines Tablets mit einer Bautagebuch-Software auf einer Baustelle.

Craftnote vs. Bauprogramm: Der Unterschied zwischen Reden und Rechnen

Craftnote ist ein hervorragendes Werkzeug, wenn es um die Kommunikation geht. Denken Sie an ein "WhatsApp für Handwerker", aber rechtssicher und strukturiert. Es ist ideal für den schnellen Austausch von Fotos und kurzen Nachrichten vom Sanierungsobjekt. Aber — und hier trennt sich für mich die Spreu vom Weizen — sobald es an die harte Bauabrechnung geht, stößt ein reines Kommunikationstool an Grenzen.

Bauprogramm ist die "schwere Artillerie". Hier geht es nicht nur darum, dass der Polier ein Foto schickt, sondern dass dieses Foto direkt mit einer LV-Position verknüpft ist. Wenn wir im Hochbau eine Bodenplatte gießen, will ich im System sehen: Wie viel Beton wurde laut Lieferschein geliefert, was steht im LV, und ist das Aufmaß bereits für die Rechnung vorbereitet? Bauprogramm deckt die Kette vom LV über das Bautagebuch bis zur Rechnung ab.

Die GAEB-Schnittstelle als Entscheidungshilfe

Wenn Sie viel für Architekten oder als Subunternehmer für Generalunternehmer (GU) arbeiten, kommen Sie an GAEB-Dateien nicht vorbei. Bauprogramm verarbeitet die Formate DA83 und DA84 ohne Murren. Sie importieren das LV, und Ihre Mitarbeiter auf der Baustelle arbeiten direkt gegen diese Positionen. Das spart mir im Büro pro Woche sicher drei bis vier Stunden stupides Abtippen. Wer schon einmal versucht hat, ein 50-seitiges LV händisch in eine App ohne GAEB-Schnittstelle zu übertragen, weiß, wovon ich rede.

Vielleicht interessiert Sie auch, wie mein Team diesen Umstieg verkraftet hat? Lesen Sie dazu: Mitarbeiter an Bausoftware gewöhnen: Wie mein Team Bauprogramm akzeptiert hat.

Der Wendepunkt auf der Baustelle

Mitten in der stressigen Frühjahrssaison dieses Jahres hatten wir drei Baustellen gleichzeitig — eine Sanierung im Bestand und zwei Neubauten. Früher saßen meine Poliere abends noch eine halbe Stunde im Container, um das Bautagebuch zu schmieren. Heute erledigen sie das in fünf Minuten am Handy, während der Bagger geladen wird.

Ein entscheidender Punkt ist die GoBD-Konformität. Wenn das Finanzamt zur Prüfung kommt, reicht ein Fotoordner auf dem Server nicht aus. Bauprogramm archiviert die Daten revisionssicher. Das gibt mir als Inhaber die nötige Ruhe, wenn ich abends die Bürotür hinter mir zumache.

Ein Bauleiter im Allgäu nutzt sein Smartphone zur Dokumentation von Bauleistungen.

Die Hürde: 2-3 Tage Arbeit gegen Sofort-Start

Hier muss ich ehrlich sein — und das ist der Punkt, den viele Berater im Anzug verschweigen: Bauprogramm erfordert einen höheren initialen Konfigurationsaufwand. Während Sie Craftnote in einer Stunde startklar haben, müssen Sie bei Bauprogramm erst einmal Ihre Stammdaten, Mitarbeiter und Standard-LV-Positionen sauber anlegen. Das dauert etwa 2 bis 3 Tage, wenn man es ordentlich macht.

Dafür erhalten Sie aber ein System, das exakt Ihre Prozesse abbildet. Craftnote ist wie ein fertiger Anzug von der Stange — passt fast jedem, aber zwickt an den entscheidenden Stellen. Bauprogramm ist der Maßanzug. Der manuelle Aufwand bei der Migration (da es keinen direkten Excel-Import für historische Altdaten gibt) ist einmalig nervig, zahlt sich aber bei der ersten Schlussrechnung nach VOB/B doppelt aus.

Für Betriebe, die speziell im Betonbau unterwegs sind, habe ich meine Erfahrungen hier zusammengefasst: Bausoftware für den Hochbau: Warum ich Bauprogramm für Betonarbeiten nutze.

Fazit: Wann passt was?

Wenn Sie einen kleinen Handwerksbetrieb mit 2-3 Leuten führen und nur eine digitale Ablage für Fotos und Absprachen suchen, ist Craftnote völlig ausreichend. Sobald Sie aber 10 oder mehr Mitarbeiter haben, eigene LVs erstellen oder GAEB-Dateien von Kunden bearbeiten, führt an einer tiefergehenden Baumanagement-Software kein Weg vorbei.

Ich habe mich für Bauprogramm entschieden, weil es mir die Sicherheit gibt, dass kein Aufmaßzettel mehr verschwindet und jede erbrachte Leistung auch abgerechnet wird. Es ist kein schickes Spielzeug, sondern ein Werkzeug, das Geld verdient. Wenn Sie die 2-3 Tage für die Ersteinrichtung investieren, haben Sie danach den Kopf frei für das, was wir eigentlich tun sollten: Bauen, nicht Verwalten.

Probieren Sie es selbst aus. Für meinen Betrieb war es der wichtigste Schritt seit der Firmengründung, um aus dem Hamsterrad der Zettelwirtschaft auszubrechen.

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