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Bauprogramm oder PlanRadar für kleine Betriebe? Mein Vergleich aus der Praxis

Bausoftware-Vergleich Bauprogramm und PlanRadar für kleine Bau-Betriebe im Baustellen-Management

12 Mitarbeiter zählt mein Betrieb, und genau in dieser Größenordnung merkt man am schnellsten, ob eine Bausoftware nur hübsch aussieht oder im Alltag wirklich trägt. Der Grund, warum viele kleine Betriebe an dieser Stelle falsch entscheiden, liegt fast nie an der Bedienung, sondern an einer einzigen Verwechslung: Ein Mängel-Tool wird für eine vollständige Baumanagement-Lösung gehalten. Das ist der Kern dieses Bausoftware-Vergleichs zwischen zwei sehr unterschiedlichen Herangehensweisen ans Baustellen-Management, und die Antwort vorweg: Wer nur Punkte auf Plänen verwalten will, kommt mit PlanRadar günstig und schnell zum Ziel. Wer dagegen Aufmaß, Leistungsverzeichnis und Rechnung in einem System verbinden will, braucht mehr Tiefe, als reines Ticketing bietet.

Ein Hinweis, bevor es handfest wird: Diese Seite finanziert sich über Affiliate-Links zu Softwareanbietern, und wenn Sie darüber ein Abo abschließen, bekomme ich eine Provision — am Preis für Sie ändert das nichts. Empfehlen tue ich hier ausschließlich, was ich selbst oder befreundete Betriebe im Alltag eingesetzt haben, allen voran Bauprogramm, mit dem ich seit der Umstellung eigene Erfahrungen auf meinen Baustellen gesammelt habe.

PlanRadar löst nur die halbe Aufgabe eines Kleinbetriebs

Viele Kollegen am Stammtisch fragen mich, ob PlanRadar nicht ausreicht, da es doch jeder für Mängel nutzt. Beim reinen Ticketing (Punkte auf Pläne setzen, Fotos anhängen, Aufgaben zuweisen) lautet die Antwort ja, und für Gelegenheitsnutzer ist das oft schneller verstanden als jede Alternative.

Der Haken zeigt sich erst, sobald die kaufmännische Seite ins Spiel kommt. Bevor ich mich für eine durchgängige Lösung entschieden habe, hatte ich selbst SiteVisor getestet und dabei gemerkt, wie unterschiedlich Anbieter genau diese Anbindung lösen. Entscheidend ist die Verknüpfung zwischen dem, was der Polier draußen dokumentiert, und der passenden Position im Leistungsverzeichnis. Diese LV-Anbindung ist im Kern eine Schnittstelle zum Bürosystem und keine Bautagebuch-Funktion, weshalb sie in reinen Ticketing-Tools schlicht fehlt. In den mittlerweile über 15 Jahren, in denen ich Baustellen leite, hatten wir vorher sogar ein Excel-Bautagebuch mit ein paar selbstgestrickten Makros am Laufen, das Mengen automatisch summieren sollte — bis zwei Kollegen gleichzeitig eine Kopie offen hatten und am Ende keiner mehr sagen konnte, welche Version auf der Baustelle und welche im Büro noch aktuell war. Genau solche Erfahrungen sind der Grund, warum ich bei der Softwarewahl heute so genau hinschaue.

Polier dokumentiert Bautagebuch-Eintrag mobil am Smartphone auf der Baustelle

Digitalisiertes Baustellen-Management: Mehr als reines Ticketing

Aufmaß, Leistungsverzeichnis und Rechnung gehören für mich zusammen, nicht nebeneinander. Sobald der Polier eine Leistung dokumentiert, soll die Software wissen, welche Aufmaß-Position dahintersteckt, damit die Abschlagsrechnung am Monatsende nicht wieder komplett neu zusammengesucht werden muss. Genau diese Tiefe ist es, die Bauprogramm von einem reinen Ticketing-Tool unterscheidet — die Lernkurve ist etwas steiler, die Funktionsbreite dafür auch größer. Für einen kleinen Betrieb, der Baumanagement Software für kleine Betriebe sucht, ist genau das die eigentliche Weichenstellung: Mängel verwalten oder die ganze Baustelle samt Abrechnung digitalisieren.

Zwei Dinge kommen dabei fast nie zur Sprache, wenn Kollegen mir von ihrer PlanRadar-Erfahrung erzählen. Für reine Mängelprotokolle mag die App völlig genügen, aber sobald auch die Abnahme sauber dokumentiert werden soll, stößt das Modell an Grenzen. Und auf Baustellen ohne Netzabdeckung entscheidet sich obendrein, ob eine App überhaupt offline weiterarbeitet oder erst wieder Empfang braucht, bevor der Polier seine Eingabe absetzen kann.

Die Sache mit der Erstkonfiguration und den Stammdaten

Ein ehrliches Wort unter Kollegen: Die Erstkonfiguration der Stammdaten bei Bauprogramm dauert etwa zwei bis drei Tage, nicht fünf Minuten, wie mancher Vertriebler gern behauptet. Sie legen Mitarbeiter an, bauen die LV-Strukturen auf und testen die GAEB-Schnittstellen — erst danach kann der Polier draußen wirklich nur noch Mengen und Fotos zuordnen. Die Excel-Migration selbst läuft dabei komplett manuell, einen fertigen Import für historisch gewachsene Stammdaten gibt es nicht, und genau das unterschätzen die meisten Betriebe beim Umstieg.

Was diese Umstellung am Ende kostet, lässt sich ohnehin nicht an der Monatsgebühr allein ablesen. Die Gesamtkosten über Lernkurve, Schulung und Erstkonfiguration hinweg sind eine eigene Rechnung, die jeder Betrieb für sich aufmachen muss. Auf der mobilen Seite muss ich außerdem ehrlich zugeben: Auf älteren Android-Geräten fühlt sich die Bauprogramm-App spürbar zäher an als auf einem aktuellen Tablet, und an genau diesem Punkt wirkt PlanRadar mit seiner aufgeräumteren Oberfläche flüssiger.

Bei Gerwald Buchner, einem GaLaBau-Unternehmer aus Kaufbeuren, den ich bei der Einführung begleitet habe, kam während der Konfiguration eine ganz andere Sorge auf den Tisch: Ihm war das Cloud-Hosting grundsätzlich nicht geheuer. Bauprogramm wirbt mit DSGVO-konformem Setup und Hosting im DACH-Raum, was seine Bedenken etwas entkräftet hat, sie aber bis heute nicht ganz ausgeräumt hat.

Leistungsverzeichnis-Position wird in der Bauprogramm-Software am Büro-PC bearbeitet

Rechtssichere Dokumentation ernst nehmen

Rechtlich sind Bauunternehmer ohnehin zur lückenlosen Bautagebuch-Führung verpflichtet — das regelt Baudokumentation Pflicht für Bauunternehmer im Rahmen der Leistungsphase 8, dazu an anderer Stelle mehr im Detail.

Neulich hat mir das ein Bauherr bei einem Ortstermin noch einmal vor Augen geführt: Er hat mir einfach das Tablet aus der Hand genommen und selbst durch den Fortschrittsbericht geblättert, ohne dass ich ihm irgendetwas hätte erklären müssen. Mit einem Ordner voller Regieberichte wäre das kaum denkbar gewesen — und wenn später jemand behauptet, eine Leistung sei nicht fachgerecht ausgeführt worden, genügt seither ein Klick, um Foto, Wetterdaten und Zeitstempel zur passenden LV-Position gemeinsam aufzurufen.

Zwei Systeme, zwei Betriebstypen — meine Einordnung aus den Beratungsmandaten

Bei der Frage, wer eher zu PlanRadar und wer eher zu Bauprogramm passt, sehe ich in meinen Beratungsmandaten immer wieder dasselbe Muster. Bei einer Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Kempten, die ich zuletzt begleitet habe, zeigte sich das noch einmal deutlich: Wer im Hochbau oder bei Betonarbeiten unterwegs ist, braucht Mengen, Aufmaße und eine saubere GAEB-Verarbeitung, und da hat Bauprogramm die Nase vorn, weil es von Grund auf für den deutschen Bauakt gebaut wurde. PlanRadar dagegen spielt seine Stärken eher bei Architekten oder GU-Bauleitern aus, die kontrollieren, aber selbst weder die Schippe in der Hand halten noch die Rechnung schreiben.

Sobald ein Nachtrag ins Spiel kommt, wird der Unterschied noch deutlicher, weil sich eine zusätzliche Leistung nur sauber abrechnen lässt, wenn sie von Anfang an mit der richtigen LV-Position verknüpft war. Was mindestens genauso oft über Erfolg oder Misserfolg der Einführung entscheidet, ist ohnehin nicht die Software selbst, sondern ob die Mannschaft sie annimmt. Mein Bekannter Anton Rietzler, befreundeter Bauunternehmer aus dem Nachbarort, ruft mich bis heute lieber an, statt eine App zu öffnen, wenn er etwas von mir wissen will. Dieser Typ Mitarbeiter braucht beim Rollout mehr Geduld, als jede Schulungsunterlage geben kann.

Papierbasierte Bautagebücher im Vergleich zu digitaler Baudokumentation im Kleinbetrieb

Praktische Konsequenzen für Ihre Entscheidung

Haben Sie 10 bis 15 Mitarbeiter, ist ein monatliches Abo ohne hohe Einmalkosten meist der sicherste Weg, weil es die Liquidität schont und Sie flexibel bleiben. Ja, die Migration von Excel läuft manuell, und Sie müssen sich einmal hinsetzen und die Stammdaten einpflegen. Der Lohn dafür ist ein System, das die Rechnung am Monatsende fast von selbst zusammenstellt.

Überlegen Sie sich also gut, ob Sie nur bunte Punkte auf Plänen verteilen oder Ihr gesamtes Büro entlasten wollen. Für einen Betrieb, der ausschließlich Mängel dokumentieren muss, bleibt PlanRadar die schnellere Wahl. Wer dagegen Aufmaß, Leistungsverzeichnis und Rechnung an einem Ort zusammenführen will, sollte sich Bauprogramm in Ruhe ansehen — aus meiner Praxis heraus ist das der Unterschied, der am Ende über echte Zeitersparnis im Büro entscheidet, und nicht die Frage, welche App hübscher aussieht.

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