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Wetter im Bautagebuch automatisch dokumentieren: Meine Lösung mit Bauprogramm

Wetter im Bautagebuch automatisch dokumentieren: Meine Lösung mit Bauprogramm

Es ist spät am Abend in meinem kleinen Büro im Allgäu. Draußen trommelt der Regen gegen das Dachfenster – einer dieser kalten Güsse, die man hier im Voralpenland schon früh im Jahr kennt. Vor mir liegt ein Stapel Unterlagen für eine Behinderungsanzeige. Früher hätte ich jetzt angefangen, auf Wetter-Portalen in der Historie zu graben: Wie warm war es letzten Dienstag wirklich? Hat es um elf Uhr vormittags nur genieselt oder so geschüttet, dass die Erdarbeiten beim Mehrfamilienhaus-Projekt unmöglich waren? Diese Sucherei nach Feierabend war das, was ich am Bauunternehmer-Dasein am meisten gehasst habe.

Nach sechs Jahren mit Excel-Tabellen und davor vier Jahren reinem Papier-Chaos habe ich für meinen 12-Mann-Betrieb einen Schlussstrich gezogen. Wenn wir über Digitalisierung am Bau reden, dann meinen viele immer gleich BIM oder Drohnenflüge. Für mich als Praktiker fängt es aber viel trivialer an: beim Wetter. Wer schon einmal versucht hat, bei Schneeregen mit klammen Fingern und einem Kugelschreiber auf nassem Papier ein Bautagebuch zu führen, weiß, wovon ich rede. Das Papier weicht durch, die Tinte verschmiert, und am Ende steht da nur ein unleserliches Gekritzel, das vor keinem Gericht standhält.

Vom manuellen Nachtippen zur Automatik

Die Dokumentationspflicht im Bautagebuch ist laut Leistungsbild der HOAI eindeutig: Besondere Vorkommnisse, und dazu zählt das Wetter, müssen rein. In der Praxis sah das bei uns oft so aus: Der Polier vergisst das Thermometer abzulesen, ich trage abends irgendwelche Schätzwerte ein. Bei der Abnahme fragt der Bauherr dann kritisch nach, warum wir an Tag X nicht betoniert haben, obwohl die Sonne schien. Dass es nachts davor -7 Grad hatte und der Boden gefroren war, steht nirgends.

Ein durchnässtes Bautagebuch aus Papier auf einer Baustelle im Regen.

Seit ich auf Bauprogramm umgestellt habe, ist dieser Stress vorbei. Das System erkennt über das GPS des Tablets sofort, auf welcher Baustelle wir uns befinden. Mit einem Klick zieht sich die Software die meteorologischen Daten: Temperatur, Windstärke, Niederschlag und Bewölkung. Das ist keine Spielerei, sondern harte Absicherung nach VOB/B § 6 Abs. 2 Nr. 2. Dort ist geregelt, dass witterungsbedingte Einflüsse nur dann als Behinderung gelten, wenn sie zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe als ungewöhnlich angesehen werden mussten. Ohne lückenlose Daten haben Sie bei einem Streitfall um Termine schlichtweg verloren.

Der Praxistest: Frost, Wind und die 5-Grad-Grenze

Lassen Sie uns konkret werden. Letzten Winter hatten wir eine Baustelle in Oberstdorf – Höhenlage etwa 813 Meter über NHN. Da oben weht ein anderer Wind als im Tal. Wir hatten eine Phase von Ende November bis in den Januar hinein, in der wir kritische Betonarbeiten am Fundament geplant hatten. Jeder Hochbauer weiß: Nach DIN 1045-3 darf die Betontemperatur beim Einbringen +5 Grad Celsius nicht unterschreiten.

Mitte Januar kam es dann zum klassischen Szenario: Ein verregneter Dienstag im März – oder in diesem Fall ein eisiger Januarmorgen. Der Nachunternehmer für den Eisenbau behauptete, es sei viel zu windig und kalt gewesen, um die Bewehrung sicher zu verlegen. Früher hätte ich diskutiert. Heute zücke ich das Tablet. Ein kurzes Grinsen kann ich mir dann nicht verkneifen, wenn ich dem Subunternehmer die exakte Windgeschwindigkeit und die Temperaturkurve vor Ort zeige, die Bauprogramm im Zehn-Minuten-Takt mitgeschrieben hat. Die Daten sind objektiv und lassen wenig Raum für „gefühltes“ Wetter.

Warum Automatik allein nicht reicht: Das Problem mit dem Mikroklima

Jetzt kommt aber der Punkt, den Ihnen kein Software-Vertriebler im Anzug erzählt: Die rein automatische Wetterdatenerfassung über den nächsten Wetterdienst-Server ist oft wertlos, wenn es hart auf hart kommt. Warum? Weil das Wetter am Flughafen oder in der Stadtmitte nichts über das Mikroklima in einem engen Tal oder auf einer zugigen Anhöhe aussagt. Wenn ich eine Sanierung an einem Mehrfamilienhaus in einer Kessellage mache, kann es dort noch Bodenfrost haben, während die Wetterstation drei Kilometer weiter schon 8 Grad plus meldet.

Bauleiter nutzt Tablet zur Wetterdokumentation auf einer Winterbaustelle im Allgäu.

Meine Lösung mit Bauprogramm sieht daher so aus: Die Automatik liefert das Grundgerüst, aber ich lasse meine Poliere bei kritischen Gewerken – wie eben dem Betonieren oder bei Außenputzarbeiten im April – eine kurze manuelle Notiz ergänzen. Bauprogramm erlaubt es, Fotos direkt an den Wetterbericht zu hängen. Ein Foto vom gefrorenen Pfützenrand auf der Bodenplatte ist als Beweis mehr wert als jede Satellitenmessung. Diese Kombination aus automatischer Erfassung und menschlicher Beobachtung ist das, was uns bei der Abnahme von Bauleistungen den Rücken freihält.

Effizienz im Büro: Zeit ist Geld

Für einen Betrieb mit 12 Mitarbeitenden ist Zeit die knappste Ressource. Wenn ich für jeden der vier oder fünf parallel laufenden Aufträge täglich fünf Minuten Wetterdaten recherchiere, bin ich pro Woche über zwei Stunden nur mit Tippen beschäftigt. Auf das Jahr gerechnet ist das eine komplette Arbeitswoche, die ich am Schreibtisch statt auf der Baustelle verbringe.

Mit der Software-Lösung ist das Wetter in Sekunden erledigt. Das Schöne ist, dass diese Daten auch direkt in andere Module einfließen. Wenn ich etwa die Geräteverwaltung auf der Baustelle nutze, sehe ich sofort, warum der Bagger an drei Tagen im März stillstand – das Wetter-Icon im Bericht liefert die Erklärung, ohne dass ich eine einzige Zeile tippen muss. Das System verknüpft die Stillstandzeiten der Maschinen logisch mit den Wetterereignissen.

Betonarbeiten bei kalten Temperaturen mit Temperaturüberwachung nach DIN 1045.

Fazit eines Praktikers

Wer heute noch mit Excel-Listen oder gar Papier-Bautagebüchern hantiert, handelt meiner Meinung nach fahrlässig gegenüber dem eigenen Geldbeutel. Ein verpasster Frosttag, der nicht dokumentiert ist, kann bei einer verzögerten Fertigstellung und drohenden Konventionalstrafen tausende Euro kosten. Die automatische Wetterdokumentation in Bauprogramm ist für mich kein Luxus, sondern eine Versicherung.

Natürlich gibt es auch andere Tools. Ich habe früher SiteVisor genutzt, was auch okay war, aber in der Handhabung für meine Jungs draußen oft zu kompliziert wirkte. Bauprogramm ist da bodenständiger – es macht genau das, was es soll, ohne unnötigen Schnickschnack. Wenn Sie also keine Lust mehr haben, abends Wetterberichte zu „erfinden“ oder sich mit Nachunternehmern über die Windstärke zu streiten, schauen Sie sich die Automatik-Funktionen an. Es spart Nerven, Zeit und im Zweifelsfall sehr viel Geld beim Rechtsstreit um Behinderungen.

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