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Bauprogramm oder Capmo? Meine ehrliche Entscheidungshilfe für Bauunternehmer

Bauprogramm oder Capmo im Vergleich – Baumanagement-Software für Bauunternehmer im Allgäu

Warum tun sich ausgerechnet kleine Bauunternehmen mit der Wahl zwischen Bauprogramm und Capmo schwerer als große Baukonzerne mit eigener IT-Abteilung? Diese Frage hat mir letzte Woche ein befreundeter Betriebsinhaber gestellt, der zwischen Bauprogramm und Capmo pendelt und nicht weiß, welche Bautagebuch-App oder Handwerker-Software am Ende zu seiner Betriebsgröße passt. Digitalisierung am Bau klingt im Verkaufsgespräch einfach, in der Praxis hängt die richtige Baumanagement-Software aber von Details ab, die kein Prospekt beantwortet.

Ein Punkt vorweg, weil er zur Ehrlichkeit gehört: Diese Seite enthält Affiliate-Links zu Bausoftware-Anbietern. Kaufen Sie über einen dieser Links, bekomme ich eine Provision – am Preis ändert sich für Sie dadurch nichts. Empfehlen tue ich ausschließlich Software, die ich selbst auf meinen eigenen Baustellen im Einsatz habe oder ausführlich getestet habe. Mein Urteil ist das eines Praktikers, der Software einkauft – nicht das eines Verkäufers im Anzug.

Bauprogramm oder Capmo – zwei Wege zur Baumanagement-Software im Vergleich

Beide Systeme verfolgen unterschiedliche Philosophien, und genau das wird in Beratungsgesprächen oft übersehen. Capmo punktet mit einer Oberfläche, die man öffnet und sofort versteht, die Akzeptanz beim Baustellenpersonal ist entsprechend hoch, weil sich die Bedienung fast wie eine Chat-App anfühlt. Seine Stärke liegt im Mängelmanagement und in der reinen Fotodokumentation.

Bei der Sanierung von Mehrfamilienhäusern, wo wir häufig als Generalunternehmer auftreten, brauche ich den Überblick über alle Nachunternehmer an einer Stelle – und genau das liefert Bauprogramm mit dem kompletten Zyklus vom LV-Import über das digitale Aufmaß bis zur fertigen Rechnung nach VOB. Warum diese Integration gegenüber einer reinen Excel-Lösung den Unterschied macht, habe ich in Top Baumanagement Software für kleine Betriebe: Bauprogramm vs Excel Vergleich bereits ausführlich dargelegt.

Wie sich Bauprogramm konkret in bestehende Bürosoftware und Schnittstellen einklinkt, ist noch einmal ein eigenes Thema für sich, das an anderer Stelle genug Raum verdient.

Digitales Bautagebuch auf robustem Tablet bei der Sanierung eines Mehrfamilienhauses

Was kostet der Umstieg tatsächlich an Zeit?

Diese Frage habe ich mir selbst gestellt, bevor wir umgestiegen sind. Die ehrliche Antwort: Die Erstkonfiguration ist kein Spaziergang. Wer die LV-Stammdaten und die Mitarbeiter sauber anlegen will, braucht dafür zwei bis drei Tage – Zeit, die sich erst nach der Umstellung auszahlt.

Einen fertigen Excel-Import gibt es dabei nicht, die Migration läuft manuell, Position für Position. Wer schon einmal versucht hat, ein gewachsenes Excel-Bautagebuch in ein neues System zu überführen, weiß, dass genau dieser Schritt am meisten Nerven kostet.

Bevor wir bei Bauprogramm gelandet sind, hatten wir es kurz mit einem geteilten Google-Drive-Ordner versucht, in dem alle Stammdaten liegen sollten. Sobald zwei Kollegen gleichzeitig an derselben Datei saßen, schrieb sich eine Version über die andere, und am Ende wusste niemand mehr, welcher Stand eigentlich der aktuelle war. Mittlerweile laden bei uns im Büro abends sechs Tablets nebeneinander auf einer Leiste auf, bevor sie am nächsten Morgen wieder mit auf die Baustellen wandern, ein kleiner Beweis dafür, wie selbstverständlich das mobile Arbeiten inzwischen geworden ist.

Der Praxis-Fall: Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Kaufbeuren

Ein aktuelles Beispiel aus der eigenen Praxis: die Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Kaufbeuren, bei der mein Polier das digitale Bautagebuch direkt vor Ort führt statt abends am Küchentisch. Auf der Baustelle balanciert das Tablet schon mal auf einem Klapptisch, während sich darunter eine trübe Regenpfütze sammelt – trotzdem landen Foto, LV-Position und Behinderungsanzeige sofort am richtigen Platz, ohne dass abends noch etwas abgetippt werden muss.

Wie sich das konkret für einen Betrieb unserer Größe rechnet, lesen Sie in Baumanagement Software für 12 Mann. Ob die App dabei auch im Funkloch zuverlässig synchronisiert, ist eine berechtigte Frage für sich, die an anderer Stelle ausführlich beantwortet gehört. Überzeugt haben mich am Ende nicht die Zahlen auf dem Papier, sondern Momente wie der, an dem der Bauherr beim Vor-Ort-Termin selbst nach dem Tablet greift und sich den Fortschrittsbericht Seite für Seite durchblättert, ohne dass ich ihm etwas erklären muss.

Vergleich zwischen handschriftlicher Zettelwirtschaft und digitaler LV-Verwaltung am Smartphone

Wo ist Capmo tatsächlich die bessere Wahl?

Zu einer ehrlichen Entscheidungshilfe gehört auch ein Zugeständnis: Wenn Ihr Team primär koordiniert und Mängel verwaltet, ohne selbst abzurechnen, ist Capmo im Vorteil. Aber was passiert, wenn Sie irgendwann doch das Aufmaß selbst im Griff haben wollen? Die Lernkurve bei Capmo ist zwar flacher, aber genau an diesem Punkt stößt das System an seine Grenzen.

Bei SiteVisor, das wir eine Zeit lang parallel getestet hatten, war die Fotodokumentation ähnlich einfach wie bei Capmo – ein echtes LV-Modul fehlt dort aber komplett. Für einen Betrieb, der selbst baut und abrechnet, reicht reine Dokumentation auf Dauer nicht.

Mängeldokumentation nach VOB verlangt mehr als eine Fotoliste

Rechtssicher wird eine Dokumentation erst, wenn sie den Anforderungen der VOB standhält – nicht nur gegenüber einem hartnäckigen Architekten, sondern notfalls auch vor Gericht. Genau hier zieht Bauprogramm durch die strikte Prozessführung an Capmo vorbei, dessen Stärke eher in einer schnellen, aufgeräumten Mängelliste liegt.

Wie ein vollständiges Mängelprotokoll im Detail aufgebaut sein sollte, ist ein eigenes Thema, das an anderer Stelle ausführlich behandelt gehört. Vroni Steinbacher, eine befreundete Betriebsinhaberin im Dachdeckerhandwerk, die ich regelmäßig bei der Mängeldokumentation berate, lässt bei der VOB-Konformität ihrer eigenen Unterlagen keine Abstriche zu – und sie hat damit recht.

Meine Bekannte Sieglinde Hohenrieder, die im Allgäu einen Baustoffhandel führt, bringt es auf den Punkt: Sie vertraut lieber dem geschriebenen Wort als einer mündlichen Zusage. Bei der Baustellendokumentation gilt genau dasselbe Prinzip, und wer wissen will, warum ich dabei konsequent auf Bauprogramm setze, findet die ausführliche Begründung in VOB-konforme Bautagebücher: Warum ich beim Kauf auf Bauprogramm setze.

Auch kleinere Betriebe profitieren von der LV-Tiefe

Nach fünfzehn Jahren als Bauunternehmer im Allgäu sehe ich in unseren Beratungsmandaten immer wieder denselben Denkfehler: Kleine Betriebe halten Bauprogramm reflexhaft für überdimensioniert. Sobald ein Fünf- oder Acht-Mann-Betrieb im Garten- und Landschaftsbau oder in der Sanitär-Heizung-Klima-Branche selbst abrechnet, zahlt sich die LV-Tiefe schnell aus – unabhängig von der Firmengröße.

Bei sehr kleinen Teams sieht die Rechnung trotzdem anders aus als bei uns. BauSU-Pakete für Kleinstbetriebe rechnen sich in unseren Mandaten selten, weil die mobile Bedienung im Vergleich holprig bleibt – und genau das entscheidet auf der Baustelle, ob eine Software überhaupt genutzt wird oder in der Schublade landet.

Bauleiter erfasst digitales Aufmaß nach GAEB-Standard direkt auf der Baustelle

Abo oder Lizenz – was für kleine Betriebe mehr Sinn ergibt

Ob sich am Ende ein Abo-Modell oder eine klassische Lizenz mehr lohnt, hängt von mehr ab als der reinen Monatsrate. Schulungsaufwand, Update-Politik und die Zahl der benötigten Arbeitsplätze spielen alle mit hinein. Eine vollständige Rechnung dazu, die auch Wechselkosten und Schulungsaufwand einbezieht, würde hier zu weit führen und ist ein eigenes Thema.

Für einen Betrieb unserer Größe hat sich das monatliche Abo von Bauprogramm bislang als der flexiblere Weg erwiesen. Wir mussten nicht in Vorleistung für eine starre Lizenz gehen, deren vollen Funktionsumfang wir am Anfang noch gar nicht richtig einschätzen konnten – ein Vorteil, den man erst zu schätzen weiß, wenn man einmal das Gegenteil erlebt hat.

Meine Antwort für alle, die zwischen Bauprogramm und Capmo stehen

Zurück zur Frage vom Anfang: Kleine Betriebe tun sich schwerer, weil ihnen die IT-Abteilung fehlt, die zwischen zwei Systemen vermitteln könnte. Meine ehrliche Entscheidungshilfe lautet deshalb so: Wollen Sie vor allem koordinieren und Mängel sauber verwalten, und soll Ihr Team ohne Umwege an Bord sein, ist Capmo die naheliegende Wahl.

Wollen Sie dagegen wie wir selbst bauen und abrechnen, LV, Aufmaß und Rechnung in einem System zusammenhalten und sind bereit, zwei bis drei Tage in die Einrichtung der Stammdaten zu investieren, ist Bauprogramm der stabilere Partner für die kommenden Jahre. Am Ende zählt für mich als Chef ohnehin nur eines: dass die Rechnung stimmt und ich sonntagabends nicht noch Aufmaßblätter sortiere.

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