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Von SiteVisor zu Bauprogramm wechseln: Mein ehrlicher Bericht für Bauunternehmer

Baumanagement-Software im Vergleich: Bauleiter wechselt von SiteVisor zu Bauprogramm auf der Baustelle

Auf einem A4-Blatt lassen sich vielleicht zwölf LV-Positionen sauber unterbringen, bevor die Handschrift zu unleserlichen Kürzeln kippt und die Abrechnung am Monatsende nicht mehr aufgeht. Genau das war über Jahre unsere Realität, bevor überhaupt von Baumanagement-Software die Rede war. Aus der Praxis als Bauunternehmer mit 12 Mitarbeitern kann ich sagen: Die Digitalisierung im Handwerk beginnt nicht mit einer App, sondern mit der Frage, warum das digitale Bautagebuch besser funktionieren muss als der Zettel im Blaumann.

Kurzer Hinweis dazu, bevor es weitergeht: Diese Seite enthält Affiliate-Links zu Software, die ich selbst auf unseren Baustellen oder bei befreundeten Betrieben im Allgäu getestet habe. Kaufen Sie darüber, bekomme ich eine Provision — am Preis ändert das für Sie nichts. Empfohlen wird hier nur, was mindestens vier Wochen im echten Baustellenbetrieb gelaufen ist.

Vom Zettel zur Baumanagement-Software: unsere Vorgeschichte

Vier Jahre lang lief bei uns fast alles auf Papier, danach kamen sechs Jahre selbstgebaute Excel-Tabellen dazu — beides funktionierte, solange man nur zwei, drei Baustellen gleichzeitig im Kopf behalten musste. Mit steigender Projektzahl und wachsenden Anforderungen an die Beweissicherung wurde daraus ein handfestes Risiko: Meldete sich ein Anwalt wegen einer Kleinigkeit, saß ich stundenlang in alten Ordnern und Tabellenblättern. Dass ein Bautagebuch überhaupt geführt werden muss und wie belastbar es im Streitfall sein muss, ist übrigens eine eigene Geschichte — hier soll es erstmal nur um die praktische Seite gehen.

Nahaufnahme eines Tablets mit digitalem Bautagebuch als Teil der Baumanagement-Software auf der Baustelle

Was ändert sich beim Umstieg auf Bauprogramm konkret?

Der Schritt zu Bauprogramm kam bei uns zwischen zwei größeren Projekten, an einem Punkt, an dem ohnehin weniger auf den Baustellen los war. Wozu die ganze Konfigurationstiefe, wenn kaum jemand im Team sie am Ende wirklich nutzt? Genau das war unser Problem mit SiteVisor: Für einen Betrieb mit 12 Leuten auf der Baustelle ist diese Tiefe ein Klotz am Bein, der zu viel Zeit frisst, Zeit, die man eigentlich am Bau braucht und nicht vor irgendeinem Untermenü.

Auch bei Bauprogramm ist die Ersteinrichtung kein Selbstläufer, und das sollten Sie realistisch einplanen: Für unsere LV-Stammdaten und die Mitarbeiterprofile haben wir etwa zwei bis drei Tage gebraucht, weil es keinen automatischen Import aus alten Excel-Tabellen gibt — der Umzug aus einer Excel-Tabelle läuft im Prinzip genauso wie unser SiteVisor-Wechsel: von Hand, Position für Position. Danach ist die Struktur aber so klar, dass niemand ein Studium braucht, um zu verstehen, wohin welche GAEB 90-Datei gehört. Wie eine solche Schnittstelle zwischen Baustelle und Büro im Idealfall aussieht, ist ein eigenes Thema, das über den reinen Umstieg hinausgeht.

Im gleichen Atemzug lohnt sich für Sie ein Blick auf die Zahlen, denn die reinen Abo-Kosten sind nur ein Teil der Rechnung — Einrichtung, Schulung und die Zeit, die das Team zum Umgewöhnen braucht, gehören ebenso dazu. Wie sich das für einen kleinen Betrieb konkret aufsummiert, habe ich in meinem Bericht zur Baukostenkontrolle für kleine Betriebe genauer aufgeschlüsselt.

Aufmaß und Bautagebuch direkt am Bau erfassen

Ob das im Alltag trägt, zeigt sich nicht im Büro, sondern draußen bei Wind und Dreck an den Händen. Der Polier trägt das Aufmaß heute direkt am Bauteil ein, macht ein, zwei Fotos dazu, und der Tageseintrag steht, ohne dass abends noch etwas übertragen werden muss. Auch das Wetter im Bautagebuch wird automatisch dokumentiert, was bei witterungsbedingten Verzögerungen später Diskussionen erspart. Bei einem Kundentermin hat mir vor Kurzem ein Bauherr das Tablet aus der Hand genommen und sich in aller Ruhe selbst durch den Fortschrittsbericht geblättert, ohne dass ich noch etwas erklären musste, genau für solche Momente lohnt sich der ganze Umstellungsaufwand. Fotos, die direkt am jeweiligen Bautagebuch-Eintrag hängen statt lose in irgendeinem Ordner zu landen, machen im Streitfall den Unterschied. Dazu ließe sich ein eigener Artikel füllen.

Im Büro laden die Tablets jede Nacht an einer kleinen Ladestation im Regal, gleich neben dem Whiteboard mit der Baustellen-Übersicht — am nächsten Morgen ist jedes Gerät einsatzbereit, egal auf welcher Baustelle es gebraucht wird. Ob das auch dann noch zuverlässig speichert, wenn auf der Baustelle selbst kein Empfang da ist, ist übrigens eine Frage für sich, die über die reine Bedienung hinausgeht.

Polier nutzt sein Smartphone zur Fotodokumentation und digitalen Aufmaß-Erfassung auf einer Hochbau-Baustelle

SiteVisor gegen Bauprogramm: der Vergleich für Praktiker

Wenn Sie beide Systeme nebeneinanderstellen, sehen Sie schnell, wo die jeweiligen Prioritäten liegen. SiteVisor ist wie ein Klappmesser mit fünfzig Klingen: beeindruckend, aber im Arbeitsalltag sucht man erstmal die richtige. Bauprogramm dagegen macht wenige Dinge, dafür ordentlich.

Merkmal SiteVisor Bauprogramm
Einstiegshürde Hoch (viele Funktionen) Niedrig (fokussiert)
Mobile Nutzung Vorhanden, aber komplex Sehr intuitiv für Poliere
LV-Verwaltung Extrem detailliert Praxisnah & schnell
Kostenmodell Oft hohe Einmalkosten/Lizenzen Flexibles monatliches Abo

Für einen Betrieb unserer Größe ist das monatliche Abo-Modell von Bauprogramm ein handfester Vorteil gegenüber einer hohen Einmal-Lizenz: Man muss nicht erst investieren, bevor klar ist, ob das Team überhaupt mitzieht. Ob es bei Ihnen im Betrieb genauso läuft, hängt ohnehin weniger an der Software als an den Leuten, die sie nutzen sollen. Bei Vroni Steinbacher, die einen Dachdecker-Betrieb führt und mich in Fragen zur Mängeldokumentation berät, wird das deutlich: Sie schult ihr Team konsequent selbst, statt externe Trainer zu holen, und genau diese Haltung entscheidet oft mehr über eine gelungene Umstellung als jede Funktionsliste. Nachträge sauber zu erfassen, statt sie im Kopf oder auf Zetteln zu verwalten, gehört zu den Punkten, die am Jahresende über die Marge entscheiden; auch das aber ein eigenes Kapitel für sich.

Was beim Datenumzug oft unterschätzt wird

Einen "Magic Button" gibt es beim Wechsel nicht, egal ob man von SiteVisor oder aus Excel kommt — die LVs müssen von Hand rüber, Position für Position. Das hat aber auch sein Gutes: Wir haben dabei einige Positionen aussortiert, die seit Jahren niemand mehr gebraucht hat, und am Ende stand eine übersichtlichere Datenbasis als vorher. Wer im Garten- und Landschaftsbau unterwegs ist, kennt das Problem aus einer anderen Richtung — dort bestätigte mir kürzlich ein Kollege bei einem Gespräch über Software für den Garten- und Landschaftsbau, dass gerade die Materialpositionen im LV am meisten Pflege brauchen.

Sieglinde Hohenrieder, die einen Baustoffhandel im Allgäu führt, sieht Lieferengpässe oft schon zwei Wochen bevor sie bei uns auf der Baustelle ankommen — ein Grund mehr, warum die Zeitplanung nicht nur im Kopf des Poliers stattfinden sollte, sondern dokumentiert und für alle im Team sichtbar sein muss. Ganz ähnlich läuft es bei der Abnahme: Wird die Leistung dokumentiert übergeben statt nur mündlich bestätigt, erspart das später viel Ärger — beides sind aber eigene Themen, die mehr Platz brauchen, als hier bleibt.

So sieht die Empfehlung für kleine Betriebe aus

Neulich hat mich ein Kollege gefragt, der gerade vor genau dieser Entscheidung steht. Führen Sie einen Betrieb bis etwa 20 Mitarbeiter, haben keine Lust auf lange Schulungen für Ihre Poliere und brauchen rechtssichere Bautagebücher sowie saubere Aufmaße? Dann lohnt sich ein genauerer Blick auf Bauprogramm. Sicher, SiteVisor bietet mehr Tiefe bei der Prozessanpassung, und wer diese Tiefe wirklich braucht, ist dort besser aufgehoben. Auf der mobilen Seite gibt es allerdings auch bei Bauprogramm noch Luft nach oben: auf älteren Android-Geräten reagiert die App spürbar träger als auf neueren Modellen. Im Alltag zwischen Betonmischer, Abnahme und Rechnungsstellung zählt am Ende vor allem eines: ob das Tool draußen im Regen zuverlässig läuft. Genau das ist bei uns seit dem Wechsel der Fall.

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